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Die Folter - kleiner Eisbär, was nun?

Die Folter - kleiner Eisbär, was nun?

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Die Folter - kleiner Eisbär, was nun?

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Liebe Leute,

Ihr erinnert Euch, daß der kleine Eisbär kurz vor seiner Hinrichtung fliehen konnte und bei einem Paar mit Enkelin Heidi Unterschlupf fand. Eisbär hatte gerade gegessen und einen Humpfen Bier getrunken, wurde von Heidi geherzt und liebkost und gekrault und fiel in einen Schlaf, den er sich redlich verdient hatte. Heidi schlief in seinen Armen ein, er in ihren. Tja, grad schön war es anzusehen. Hund Bello bewachte ihren Schlaf. Alle waren sie nach der aufregenden Zeit sehr, sehr müde.

Doch drunt' im Tal gab es Aufruhr, nachdem dieser Bär schon zum wiedeholten Male ausgebüxt war. Er hatte sogar das Hinrichtungskommando in der Kirche eingesperrt. Die Mordsbursche wurden leider alsbald wieder befreit. Suchtrupps wurde in alle Himmelsrichtungen ausgesandt, um den Bären wieder einzufangen. Und tatsächlich fand einer seine Spur. Vorsichtig und leise umstellte man die Hütte des alten Paares. Bello, der eigentlich hätte wachen und bewachen sollen, hatte aber leider auch am Bier genascht und ratzte tief und fest, als die Schurkenbande ins Haus stürmte, sich den kleinen Eisbären mit brutaler Hand griff und nach draußen zerrte. Heidi konnte sich gerade noch im Stall verstecken. Das alte Paar, vom Gerumple und den Schreien des Bären aufgeweckt, wurde machtlos im Hause eingesperrt.

Den Bären aber schleppten die Schurken an den nächsten Brunnen, ja, Ihr kennt ihn schon, es war der, wo des Bären famose Sonnitarnung mit den Gänseblümchen aufgeflogen war, und warf ihn hinein. Dann wendete man bei ihm die chinsische Wasserfolter an. Die Gebildeten unter Euch wissen, worum es hier geht. Immer schön Wasser aufer Birne, langsam und stetig, Tropfen für Tropfen. "Wo ist das Lösegeld?" fragten sie ihn immer wieder. Doch Bärchen antwortete nicht, konnte nicht antworten, weil sie ihm die Schnauze ins Wasser drückten, die Deppen, die damischen. Eigentlich war das nicht schlecht, denn Durst hatte er ohnehin, und ein guter Taucher war er auch. Und so war er auch der Antwort enthoben, denn das mit dem Lösegeld wollte er den Mordsgesellen nicht sagen.

Aber wie ging es weiter?
Ich werde es Euch erzählen, das war nämlich so:

Heidi, die ja nicht im Hause eingeschlossen war, holte die Geiß aus dem Stall, nahm die Mistgabel mit und ging hinunter ins Dorf, wo der Eisbär vermutlich festgehalten wurde. Und so war es. Als Heidi das Dilemma des Bären sah, wußte sie, daß sie schnell handeln mußte. Nicht lange gefackelt und einen getrockneten Kuhfladen aufgespießt und die Gabel mitsamt des Fladens und Karacho in den Hintern des ersten Schurken gerammt. Dies tat sie bei allen fünf Bösewichtern. Dann zündete sie die Fladen mit einem Streichholz an. Mann, ich kann Euch sagen, das war ein Bild für die Götter, die Kerle gingen ab wie lebende Silvesterkracher und schossen unter lautem Geschrei im Zickzack durchs Dorf, wo sie noch manch anderes in Brand setzten. Es war ein akustisches, optisches und olfaktorisches Event erster Güte. Den Touristen fiel der Kiefer runter. "Jetzt lassen sie es aber krachen," meinten sie, gaben standing ovations und riefen begeistert "Da capo al fine!"

Inmitten dieses Trubels gelang Heidi mit Bärchen auf der Geiß die Flucht.




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Der Jodelkurs Holleradudödeldi - kleiner Eisbär, was nun?
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Klacky Freiherr von Gerling- und Ritter von Drüpplingsen


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