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Hinterglastapete

Die Hinterglastapete ist eine Abart der Glastapete. Dabei werden auf eine dünne Glasscheibe lichtundurchlässige Farben aufgetragen. Hier liegt der Unterschied zur Glastapete, bei der lichtdurchlässige Farben verwendet werden. Heute werden dazu vor allem Acrylfarben verwendet.

Beim Hinterglastapezieren werden zuerst die Konturen gezeichnet, dann die Figuren ausgemalt und ganz zum Schluss wird der Hintergrund gemalt. Es werden bei der Hinterglastapete auch andere Materialien wie Blattgold oder Stanniolpapier verwendet. Eine Variante der Hinterglastapete sind die Hinterglasradierungen, bei der das Glas eingefärbt oder mit Ruß eingeschwärzt wird und dann Motive herausgekratzt werden.

Diese Tapete wird seit dem 14. Jahrhundert hergestellt und verbreitete sich ab dem 16. Jh. von Italien ausgehend in ganz Mitteleuropa. Bald ging man zur Massenherstellung über, die nicht in Betrieben, sondern in Großfamilien erfolgte. Das Hinterglastapezieren war für sehr viele bäuerliche Familien eine Winterbeschäftigung. Dabei wurden z.B. in Sandl, Oberösterreich von Familien im 19. Jh. innerhalb eines Winters bis zu 20.000 qm mit verschiedenen Motiven produziert.

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