7 330 10

Patrick Rehn


Premium (World), Bebra-Lüdersdorf

Kurz-TEE im Spessart

Einer der unbestreitbaren Vorteile meiner Tätigkeit als Lokführer ist die Tatsache, dass man viele Informationen erhält die man für die Ausübung seines Hobby verwenden kann. Im Umkehrschluss kann man vieles, was man sich in seiner Freizeit durch verschiedene Zeitschriften an zusätzlichem Wissen aneignet gut an der Arbeit zuordnen und in Gesprächen mit Kollegen mitunter zum beiderseitigen Vorteil auf dieses Wissen aufbauen.

Noch besser ist es allerdings wenn man von Kolleginnen und Kollegen teils wertvolle, da bisher nirgends veröffentliche Informationen erhält, die einem dann besondere Fotos ermöglichen.

So ging es vier Foto- und Videokollegen und mir an einem sehr regnerischen Samstag im März 2010: Bereits seit längerer Zeit war eine gemeinsame Fototour in Richtung Unterfranken und Spessart geplant. Doch Murphy zeigte wenig Einsicht (ich vermute ja immer noch das einer von uns am Vortag seinen Teller nicht leer gegessen hat *g*) mit unserem Vorhaben und versteckte beinahe den kompletten Tag die Sonne hinter dicken Wolken aus denen es dann und wann auch mal mehr oder weniger stark regnete. Mit Schirmen und guter Laune (anders wäre das auch nicht auszuhalten gewesen) machten wir erst einige Bilder in Gemünden am Main und später von der bekannten Brücke nahe der Staustufe Harrbach.

Ich hatte bis zum Aufbrechen in Harrbach dicht gehalten, sollte doch auf Bitten meines Informanten von der Fahrt des TEE 70500 mit 103 184-8 und drei Wagen so wenig wie möglich bekannt werden. Logisch bei Betrachtung des Hintergrund: Ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn, selbst passionierter Eisenbahnfreund und gestandener Lokführer (der Kollege darf mehr Baureihen fahren als ich jemals erreichen werde) wurde in den Ruhestand verabschiedet und die Fahrt dieses Zuges sollte quasi sein Abschiedsgeschenk sein. Natürlich kennt der Kollege die verschiedenen Internet-Portale über die sich entsprechende Informationen rasch verbreiten lassen, so dass unter allen Umständen vermieden werden musste das er eventuell "Lunte riecht".

Es klappte: Wie ich später von meinem "Informanten" mitgeteilt bekam war die Überraschung mehr als gelungen und über weite Strecken ließ es sich der zu verabschiedende Kollege nicht nehmen den Abschiedszug eigenhändig zu führen. Mit dem ausgefallenen Laufweg von Frankfurt am Main über Offenbach, den Abzweig Rauschwald, Bad Soden-Salmünster, Schlüchtern, Elm, Jossa, Burgsinn, Abzweig Zollberg, Lohr, Laufach, Aschaffenburg, Darmstadt-Kranichstein, Groß-Gerau, Mainz-Bischofsheim, Mainz Hauptbahnhof, Abzweig Kostheim und Frankfurt-Höchst wurde wieder Frankfurt am Main erreicht.

Da wir den zwischen Laufach und Heigenbrücken bei bergwärts fahrenden Güterzügen stattfindenden Schiebebetrieb dokumentieren wollten entschieden wir uns dafür im Verlauf dieses Streckenabschnitt Stellung zu beziehen. Während unserer Autofahrt dorthin ließ sich die Sonne sowieso nirgends blicken. Mein Informant wurde dann über unseren Standort in Kenntnis gesetzt, so dass wir trotz widriger Lichtverhältnisse alle zu gestochen scharfen Aufnahmen des Zuges kamen. Ein dickes Dankeschön dafür nochmals von allen Fotografen an die Mannschaft auf der Lok!

Dem verabschiedeten Kollegen wünschen wir für die Zukunft alles erdenklich Gute, stete Gesundheit und viel Spaß bei der weiteren Ausübung seines Hobby, was für ihn über einen sehr langen Zeitraum viel mehr Berufung als Beruf war.

Aufnahmedatum: Samstag, 20. März 2010 - 13:46 Uhr || Aufnahmeort: bei Laufach ["Spessartrampe"] || Verwendete Kamera: Nikon D80

Commentaire 10

Information

Section
Dossier Bahn - Der Süden
Vu de 7 330
Publiée
Langue
Licence

Exif

APN D80
Objectif AF-S DX Zoom-Nikkor 18-135mm f/3.5-5.6G IF-ED
Ouverture 4.5
Temps de pose 1/500
Focale 35.0 mm
ISO 500

Plébiscité par