Kurrentschrift
Schultafel im Klassenzimmer des Dorfmuseums Niedersulz
Die deutsche Kurrentschrift war lange Zeit die übliche Verkehrsschrift im gesamten deutschen Sprachraum. In Österreich etablierte sich Kurrent auch als Amts- und Protokollschrift. Bis 1952 gab es noch die „Schulschrift Kurrent, schöne Schreibschrift, mit Feder“ parallel zu erlernen. Die entscheidende Veränderung im Kurrent wurde in Preußen durch den Grafiker Ludwig Sütterlin eingeleitet. Er entwickelte 1911 eine sehr ähnliche, aber eigenständige Schriftart. Diese Neuerung zog in Deutschlands Schulen ein, doch in Österreich konnte Kurrent lange Zeit überleben. Die deutsche Schreibschrift von Sütterlin wurde in Deutschland sehr forciert (weil sie technisch viel einfacher zu schreiben ist als die vorher übliche Variante der deutschen Kurrentschrift) und bald kam der Begriff Kurrent außer Gebrauch. 1941 kam es durch den Normalschrift-Erlass dazu, dass im großdeutschen Reich beide deutschen Schriften zugunsten einer einheitlichen lateinischen Schrift, der „deutschen Normalschrift“, abgeschafft wurden.
Seit Beginn des Schuljahres 1941/42 durfte an den deutschen Schulen nur noch die sogenannte „deutsche Normalschrift“ verwendet und gelehrt werden (die ebenfalls auf einen Entwurf von Ludwig Sütterlin zurückgeht), während bis dahin die „lateinische Schrift“ zusätzlich zur Sütterlinschrift unterrichtet worden war.
In der Schweiz wurde die deutsche Kurrentschrift während des 19. Jahrhunderts als Verkehrs-, Amts- und Protokollschrift gebraucht.
Noch bis ins späte 20. Jahrhundert wurden in der Mathematik oft Kurrent-Kleinbuchstaben zur Bezeichnung von Vektoren und komplexen Zahlen und -Großbuchstaben zur Bezeichnung von Matrizen oder Tensoren zweiter Stufe verwendet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Kurrentschrift
http://www.museumsdorf.at/de/default.asp
Lydia S. 09/11/2012 23:07
Ich habs noch in der Schule gelernt (und das war später als 1952) - wir brauchten eine eigene Feder dazu - kann auch noch alles lesenlg.
lydia