Fototechnik: Thema gerader Horizont -- / M e i n e - A n t w o r t
Fototechnik: Thema gerader Horizont
M e i n e
A n t w o r t
Kurz zur Vorgeschichte:
Diese Fotografie wurde am Karfreitagabend 21.03.2008 für eine Stunde in der FC Startseite präsentiert. In dieser Zeit hat dann Wolf Handl einen FC Galerie Vorschlag generiert.
Kurz darauf schrieb ein FC User folgende Anmerkung:
--warum kann man bei einem bild, das den anspruch hat, in die galerie zu wollen/sollen, --nicht mindestens einen geraden horizont voraussetzen ? (Contra Stimme)
Darauf habe ich in
über das Thema „geraden Horizont“ meine Gedanken notiert.
Es entwickelte sich eine Diskussion, auch mit interessanten Beiträgen.
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Nun zu meiner versprochenen Antwort:
Es gilt aus meiner Sicht verschiedene Faktoren zu berücksichtigen.
A:
Im Kartenausschnitt ist die Aufnahmeposition (rotes Quadrat) sowie die Aufnahmerichtung (roter Pfeil) eingezeichnet.
So ist ersichtlich, dass sich im Hintergrund kein Meereshorizont präsentiert, sondern eine teilweise in Nebel liegende Küstenlandschaft. Diese verläuft nicht in paralleler Linie zur Sensorenebene.
B:
Dann ist die von links einziehende Regen / Schneezone (graue Pfeile) zu erwähnen.
C:
Wie in der Bildbeschreibung notiert, wurde die Aufnahme mit starkem Weitwinkelobjektiv (13mm -KB Basis / Faktor x1.5) realisiert.
Um eine für mich optimale Bildeinteilung zu generieren, musste ich die Kameraposition in der Blickrichtung recht stark zum Boden neigen.
Die Wasserwaage richtete ich somit „nur“ auf die Horizontale aus.
Durch diese Kameralage wird der „optische Fehler“ eher gefördert.
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Mit diesen Zeilen schliesse ich meinen Erklärungsversuch gerne ab.
Für den Hinweis respektive die Tipps einiger FC User, es gebe im Photoshop entsprechende Korrekturwerkzeuge, mein Dankeschön.
Diese Werkzeuge kenne ich…..
Auch ist mir bekannt, dass eine Fachkamera wie „Sinar und so“ die optimale Lösung wäre.
Vielleicht erfülle ich mir noch den Traum, mit der Fachkamera durch Island zu reisen.
Mit dem Flugzeug nach Island zu gelangen wird eher nicht möglich sein. Alleine mein „grosses Stativ“ bringt gegen 20 Kilogramm auf die Waage…...
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Freundliche Grüsse aus Graubünden:
Markus A. Bissig
Markus A. Bissig 26/06/2008 19:41
Von einem nicht FC Mitglied erhalte ich folgender Text zum Thema:Lieber Markus
ich bin auf Dein 'Horizontbild' mit den vielen Antworten und Deiner
Stellungnahme gestossen.
Die vielen Antworten haben mich zum Teil gelangweilt, aber dann
interessierte mich doch, was Du selbst dazu schreibst. Und zu Deinen Voten
juckte es mich nun, nachzudenken und auch noch meinen 'lahmen?' Senf dazu zu
geben. Also, so Du weiterlesen magst (sonst wäre ich auch nicht unglücklich
...)
Zu A:
Grundsätzlich ist aus perspektivischen Gesetzen unbestritten:
Sich aus dem Meer erhebende Land-Teile welche näher liegen als die Distanz
bis zum sichtbaren (Land-losen) Meereshorizont liegen TIEFER als der
Horizont.
In Deinem Bild ist es aber gerade umgekehrt: Die Meereslinie links ist
tiefer als die Landpartie rechts. Deshalb glaube ich, dass Dein A für die
Horizont-Schräge im Bild verantwortlich ist.
Im Detail spielt natürlich eine Rolle ob der Nebel erst oberhalb der
Küstenlinie anfängt oder ins Meeroder Land hineinragt (was man im Bild nicht
so gut sieht). Jedoch wirkt Nebel der ins Meer hineinragt mit demselben
Perspektivengesetz (es spielt keine Rolle ob Land oder Nebel die Meersicht
begrenzt):
Ist der Nebel weiter weg als die von keinem Land begrenzte
Meereshorizontlinie, begrenzt er diese Linie nicht (führt zu waagrechtem
Horizont). Ist er näher als die Meereshorizontlinie (oder/und hängt
genügend hinab gen Boden), liegt die daraus entstehende Linie tiefer als der
freie Meereshorizont.
Zu B:
Ich glaube nicht dass Regen, Schnee, die wirkliche Horizontlage beeinflussen
kann, ausser wenn die Sicht entsprechend begrenz wird. Aber wenn schon,
dann dünkt mich im Bild das 'Un'-wetter rechts näher bzw. und tiefer in
Richtung Boden herabhängend als links. Damit gilt aber wieder derselbe
Perspektiveneffekt von A: rechts müsste der Horizont auf Grund der
heraghängenden Wolken tiefer sein.
Ich glaube übrigens auch nicht dass starke Winde das Meer in eine Richtung
genügend 'aufpumpen' können dass dieser Effekt (ähnlich Ebbe-Flut) im Bild
sichtbar wird. Da braucht es schon einiges mehr als 1-2 m wirkliche
Meeres-Aufstauung.
A + B: Wegen der Undeutlichkeit von Wolken und Land-Übergang ist eine
wahrheitliche Analyse fast nicht möglich. Aber gemäss A und B müsste der
Horizont eher auf der rechten Seite herunterhängen.
Zu C:
Ich denke dass da ein möglicher Effekt ist: Starker Weitwinkel --> leichte
Verzeichnung ist wohl möglich, also kann der Horizont durchaus leicht
rundlich gebogen sein (mitte bauchig).
Andere Ursachen:
Wie genau sitzt Deine Wasserwaage auf Deiner Kamera? Zwischen Wasserwaage
und Kamera ist evtl. ein Zwischenstück (für Fremdblitzgeräte?) Wie genau im
Lot ist dieses gefertigt? Ich weiss zumindest: Meine zwei solchen Stücke
sind auch nicht 100% im Lot.
Wie 'perfekt' war denn die Luftblase im Lot? Da genügt aus meiner Erfahrung
eine Winzigkeit und man liegt schief.
Kommt dazu: Alles hat seine Genauigkeitstoleranz. Auch die Lage des
Sensors in der Kamera. Ob diese - gemessen zum Blitzschuh 90grad ist?
Könnte er vielleicht auch nur 1 Grad schief liegen? Vor allem in Bezug auf
die Blitzschuh-Ebene?
Schliesslich weiss ich auch nicht was da wieviel zu Buche schlägt ... !
Aber ich habe auch sehr wohl verstanden dass es Dir um Deinen Ärger der
verbalen Bildvernichtung durch Besserwisser ist, welche ausser einem mal
schiefen Horizont wenig zu sehen vermögen.
Und ein LEHRSTÜCK ÜBER DEN HORIZONT - und wie er in der Fotografie bitte zu
sein hat (oder eben auch mal nicht zu sein hat oder schon gar nicht sein
kann) - ist Deine Aktion allemal. Und das finde ich gut!
Vielen Dank und liebe Grüsse
___
Kaspar H. 30/03/2008 20:43
Wirklich interessante Diskussion.Für mich ist die Bildwirkung entscheidend.
Und wenn's so aussieht, dass der Horizont kippt,
würde ich das als störend empfinden und korrigieren,
obwohl - wie von Dir sehr nachvollziehbar beschrieben -
ein Vermessungstechniker sich die Haare raufen würde ;-)
VG Kaspar
Andreas von MD-GrafiX 27/03/2008 10:10
Hallo Markus,ich denke meine Meinung kennst du :-)
Mit der Fachkamera nach Island, ich kriege gerade eine Gänsehaut, da wäre ich dabei.....
Liebe Güße aus Neustadt,
Andreas
Robert Bauer 27/03/2008 7:17
Ist doch nett, wenn diese Veranstaltung einen Unterhaltungswert hat. Dafür haben wir sie ja 2001 aus der Taufe gehoben. Schon damals saßen die Fotofreunde mit dem Lineal und der Lupe vor dem Bildschirm auf der Suche nach dem wahrhaft authentischen, unverfälschten Bild; warum sollte sich das bis heute geändert haben? :-))Im Übrigen: Wer mit starken WW-Objektiven (Landschaft) fotografiert und die Kamera zudem nach unten kippt, der weiß, wie sich das auf die Linien, vor allem am Rande, auswirken muss. Und nicht erst Herr Scheimpflug hat uns bewußt gemacht, wie sich Objektebene und Bildebene zueinander verhalten und welcher Effekt eintritt, wenn man den Balgen verschiebt. Denn wer mit den AUGEN sieht und nicht mit dem Verstand, der kann's auch wirklich SEHEN. Letzteres ist oft der entscheidende Fehler. Wir sollten Bilder mehr mit den Sinnen aufnehmen und nicht uns davon beeinflussen lassen, was uns unsere Erwartungshaltung vorgibt. Insofern sieht eine Kamera tatsächlich objektiver, zumal sie sich nicht von Stimmungen beeinflussen lässt. :-))
LGR
Stefan Biber 27/03/2008 4:13
Merci Markus für die tolle Erklärung.Darauf habe ich gewartet.:-)
Gruess nach GR
Steff
Chris allein zu Hause 27/03/2008 3:39
Hut ab !!!!!!!!GLG Chris
Fabienne Muriset 27/03/2008 0:47
Hatte mir schon gedacht, dass die Horizontlinie durch Wettereinflüsse in der Bildmitte verschwindet. Links ist sie jedoch klar zu sehen, deine Erklärung überzeugt mich daher nicht so ganz. Hatte aber auch schon ähnlichen Erklärungsbedarf:In deinem Fall würde ich eher eine tatsächlich ungerade Wasserlinie aufgrund von Winddruck und Stau zur Küste hin vermuten, auch Gezeiteneinfluss ist denkbar. Jedenfalls ist dein Bild für mich bei der Betrachtung trotzdem stimmig, aber man kann ja alles mit dem Lineal nachmessen, wenn man sonst keine Argumente hat ;-) Nur schon wegen solcher Griesskörndlnaglern (und vielen anderen Gründen mehr) tue ich mir weder die aktive noch passive Beteiligung an der Galerie an. Kein Sternchen macht ein Bild wirklich besser (und kein fehlendes schlechter).
Grüessli
Fabienne
Klaus al pronto 26/03/2008 21:47
Danke, Markus, präziser und eineuchtender kann man die Situation wirklich nicht erklären, d.h. es ist Dir bestens gelungen !LG Klaus
Holg.Schmidt 26/03/2008 20:46
Das ultimative fc-Bild ist rasiermesserscharf, natürlich ohne Vignettierung, beinaltet viele bunte Blumen, zeigt das gewisse Maß an nackter Haut und nicht zuletzt hat einen es einen exakt ausgerichteten Horizont ;-)Die verbissensten Kritiker kennen aber auch nur diese paar Regeln...
LG Holger
Ruedi Stähli 26/03/2008 20:45
Interessant!Liebe Grüsse aus Bern
Ruedi
Michael H. Hofmann 26/03/2008 20:34
Danke für die beiden amüsanten Threads.Viele werden es nie lernen.
Auch ein Grund, weswegen ich kaum Anmerkungen schreibe: Wenn Du keine Ahnung hast - einfach mal die Klappe halten.
Viele Grüße
Michael
Markus A. Bissig 26/03/2008 18:42
@Claudia
Guter Beitrag….
@
Raymond
Grüsse nach IS
@
Karin
Danke!
Euch allen einen schönen Abend!
Markus
Karin RoWo 26/03/2008 18:26
Ich habe schon die ganze Diskussion aufmerksam verfolgt und auf deine Antwort gewartet.Dazu kann ich nur noch so viel sagen:
Warum sollte man mit Technik etwas gerade stellen, wenn es doch die Natur schief gestaltet hat.
:-)
lg karin
Markus A. Bissig 26/03/2008 18:17
@Roland Zumbühl
Manfred - Schmidt
Johann Be.
Christoph Hofmann (' o )
O L I C I T O
Danke für die Anmerkungen!
@
Johann Be.
Ja der Unterhaltungswert ist garantiert….
Da sollte ich auch noch alle nicht öffentlichen Anmerkungen (Fotomail, QM usw.)
einfügen…..
Und Danke für Dein Beispiel
@
Christoph Hofmann (' o )
Meine Meinung:
So wie es ist:
Allen einen schönen Abend und Grüsse aus Graubünden:
Markus
Raymond Hoffmann 26/03/2008 18:17
! ;-)